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Staatliche Museen zu Berlin

Die Bautätigkeit bleibt als eine wesentliche Grundlage für die Zusammenführung und Neuordnung der Museen und Sammlungen in diesem wie in den folgenden Jahren ein Hauptthema für die Arbeit der Stiftung. Hierfür wurden im Jahr 1999 weitreichende Entscheidungen gefällt.

Bund und Land Berlin haben mit der Steigerung der Baumittelraten im Jahr 1999 auf 140 Millionen DM - diese wurden mit Punktlandung ausgegeben - und für das Jahr 2000 auf 200 Millionen eine gute finanzielle Basis sowie weitere Planungssicherheit für Stiftung und Bauverwaltung geschaffen.

Am 4. Juni 1999 hat der Stiftungsrat den Masterplan für die Museumsinsel als Grundlage für alle weiteren Planungen bestätigt. Diese Entscheidung bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass ein bauliches Gesamtprogramm die Sanierung der gefährdeten Bausubstanz wie die damit verbundene Neuordnung der Sammlungen und Neugestaltung der Museumsinsel in einem überschaubaren Zeitrahmen sichern soll. Zu diesem Programm gehören folgende Punkte, die aufeinander bezogen und voneinander abhängig sind:

- eine Verbindung der Häuser am Kupfergraben auf der Ebene 0 (Sockelgeschoß) der Museumsinsel zur inhaltlichen Zusammenführung der Sammlungen durch eine "Archäologische Promenade"; sie soll zugleich dazu dienen, Besuchergruppen - aufgefächert nach Schwerpunkten - durch die Häuser zu führen,
- der Neubau eines zentralen Eingangsbauwerks zu dieser häuserverbindenden Promenade mit Wechselausstellungsbereich und Medienzentrum als "Eingang zur Museumsinsel",
- die Verbindung von Nord- und Südflügel des Pergamonmuseums zur Realisierung eines hausinternen Rundgangs und die Herrichtung des Ehrenhofes als Ausstellungsraum für Tempel- und Großarchitektur,
- der Ausbau des Kasernengeländes am Kupfergraben zu Museumshöfen, die der internen Museums- arbeit - Restaurierung, Forschung - wie auch dem wissenschaftlichen Austausch dienen sollen; damit die Definition des Geländes als natürliches Entwicklungspotential für die Museumsinsel,
- die Öffnung und Neugestaltung der Außenanlagen auf der Museumsinsel als öffentlich zugänglicher Campus und dessen Anbindung an den umgebenden Stadtraum.

Grundlegende Voraussetzung für die Realisierung dieser Planungen in einem Zeitabschnitt von ca. 10 Jahren ist die Bereitstellung von entsprechenden Jahresraten. Gemessen an einem finanziellen Gesamtaufwand von ca. 2 Milliarden DM ergeben sich steil verlaufende Jahreskurven. Zur Wiederherstellung und Neuordnung der Museumsinsel in Zehnjahresfrist als Aufgabe von hoher politischer Bedeutung haben sich Bundesregierung und Land Berlin wiederholt öffentlich bekannt.

Zitat Bundeskanzler (4.10.1999): "Die ganze Museumsinsel in der Mitte Berlins wieder herzustellen, diese einzigartige Versammlung von Museumstempeln in den nächsten 10 Jahren für die Kultur zurück zu gewinnen, das hat sich meine Regierung in Zusammenarbeit mit den Ländern fest vorgenommen. Wir wissen uns in dem ehrgeizigen Vorhaben einig mit dem Regierenden Bürgermeister und dem Senat Berlin."

Zitat Regierender Bürgermeister: "Ich werde mich mit aller Kraft dafür starkmachen, dass die Museumsinsel in den nächsten Jahren absolute Priorität einnimmt, dass die finanziellen Mittel in den Haushalt eingestellt werden und gleichzeitig neue kreative Wege zur Finanzierung dieses Jahrhundertprojekts suchen. So wird es gelingen, in 10 Jahren die Museumsinsel im neuen Glanz erstrahlen zu lassen."

Prof. Dr. Schuster, seit August 1999 neuer Generaldirektor der Staatlichen Museen, hat im Zuge seiner Amtsübernahme die Standortplanung der Staatlichen Museen über den Masterplan hinaus perspektivisch zu einer Gesamtsicht der großen Museumsquartiere Museumsinsel, Kulturforum, Dahlem und Charlottenburg entwickelt und dabei auch mögliche Optionen innerhalb des Masterplans angesprochen.

Seine Ideen und neuen Akzentsetzungen, intensiv in der Stiftung besprochen, sind im Januar dieses Jahres in einer zweitätigen Klausurtagung mit den beteiligten Museumsdirektoren, Architekten und Planern zum Abschluss gebracht worden. Diese Diskussion hat zu folgenden einvernehmlichen Beschlüssen geführt:

1. Die Belegungspläne für das Bode-Museum, das Pergamonmuseum und das Neue Museum bleiben unverändert. Bautechnisch ist das Bode-Museum für Skulpturen und Gemälde herzurichten.

1.Das neue Eingangsgebäude für die alle Häuser am Kupfergraben verbundene Archäologische Promenade sieht Flächen für Sonderausstellungen wie für ein Medienzentrum vor.

2.Im Alten Museum ist bis zur beginnenden Grundinstandsetzung (voraussichtlich 2007) das Obergeschoß für wechselnde Ausstellungen vorgesehen, anschließend dann für eine fächerübergreifende Sonderausstellung mit Schwerpunkt bei den Beständen der Antikensammlung. Für die Antikensammlung werden zusätzliche Ausstellungsflächen im Sockelgeschoß des Alten Museum zur Verfügung gestellt.

3.Die internen Museumsfunktionen (Forschung, Restaurierung, Depots) sind auf dem Gelände der Museumshöfe unterzubringen.

4.Für die Museumshöfe ist alsbald die Durchführung eines Architektenwettbewerbs erforderlich, der auch Entwicklungsperspektiven über den 10 Jahresrahmen des Masterplans hinaus aufzeigen soll. Hier ist - als ein erster Schritt vom beschlossenen Masterplan zu einem "Masterplan II" - ein Galeriegebäude vorzusehen, in dem sich weiterführende Entwicklungspläne für die Museumsinsel realisieren lassen. Eine Bildungslandschaft soll sich von der Museumsinsel, über das Kasernengelände, die Humboldt-Universität bis zur Staatsbibliothek Unter den Linden wie ein Bogen spannen.

Während der intensiven Diskussion um den Masterplan für die Museumsinsel sind die Arbeiten zur Grundinstandsetzung der Alten Nationalgalerie planmäßig vorangekommen. Davon konnten sich der Bundeskanzler, der Regierende Bürgermeister und der Staatsminister für Angelegenheiten der Kultur und der Medien als Gäste des Richtfestes am 4. Oktober überzeugen.

Gegenwärtig wird - in kollegialem, kritischem Miteinander von Architekt, Denkmalpflege, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und Museumsleuten - die Wahl historischer Schichten bei der Ausmalung, die Material- und Farbausführung verlorener Wandausstattungen im Treppenhaus oder die konstruktive Ausformung der neuen Innenfenster entschieden sowie im Rahmen der Planung für die Erstausstattung bereits über Bildbeschriftungen nachgedacht. Daran lässt sich erkennen, dass die geplante Wiedereröffnung des Hauses im Dezember 2001 auf einer soliden Basis steht.

Auch im Schloss Köpenick werden bereits Mustervitrinen nach Wirkung und Funktionalität begutachtet, Auslaßpunkte für die Medientechnik in Wand und Boden festgelegt, Muster für das Beleuchtungssystem geprüft und Vor- und Nachteile unterschiedlicher Farbanstriche für Wände und Fassaden abgewogen. Das Schloss steht wieder festgegründet im märkischen Sand, bietet aber durch den besorgniserregenden Zustand tragender Mittelwände oder die nicht mehr stabile Laterne auf der Kapelle des Wirtschaftsgebäudes noch ausreichend Herausforderungen für die Architekten. Die Rekonstruktion des Haupttreppenhauses schreitet voran. Die zeit- und kostenintensive Restaurierung der sechs historischen Raumgetäfel - das Haus soll als Museum der Raumkunst des 16. - 18. Jahrhunderts im Jahr 2002 wiedereröffnet werden - hat mit dem Merseburger Spiegelkabinett begonnen. Dem wachen Interesse der Öffentlichkeit an diesem baulichen Kleinod im Südosten Berlin Rechnung tragend, wollen wir auch in diesem Jahr wieder - am 17. und 18. Juni 2000 - die Baustelle für Besucher öffnen und den aktuellen Baufortschritt vorführen.

Der 1999 aufgestellte Baukran am Bode-Museum für die Sanierung der Kleinen Kuppel ist weithin sichtbares Zeichen für den Planungs- und Baufortschritt in diesem Haus. Die Entwurfsplanung der Arbeitsgemeinschaft Tesar/Fischer liegt vor. Gegenwärtig werden aus den oberen Geschossen die Kunstwerke für die Generalsanierung ausgelagert. In diesem Haus ließ sich eine Verlängerung der Bauzeit um ein Jahr nicht verhindern; die Finanzierungsmöglichkeiten des Gesamtkonzepts haben kein schnelleres Vorgehen zugelassen. Aber zum 100. Jahrestag der Eröffnung des Hauses am 18. Oktober 2004 wird das Museum der Öffentlichkeit einen Einblick in das generalsanierte Haus bieten, bevor seine Neueinrichtung mit einer integrierten Ausstellung von Skulpturen, Gemälden und Kunsthandwerk 2005 abgeschlossen sein wird.

Die laufenden und auch die nächsten 4 Jahre sind auch und vor allem Jahre der Planung und der schrittweisen Sanierung. Für die Generalsanierung des Pergamonmuseums soll bis Anfang Juni 2000 der Architekt in einem europaweit ausgeschriebenen Verfahren ausgewählt werden, bis zum Ende des Jahres 2000 ein Architekt für die Museumshöfe gefunden werden.

Für das Neue Eingangsgebäude am Kupfergraben wird unter Leitung von David Chipperfield eine Kostenvoranmeldung Bau (vereinfachte Planungsunterlage) zur Entscheidungsfindung bis Mitte 2000 vorliegen, um den Baubeginn in 2002 ermöglichen zu können.

Ende 2001 soll die Entwurfsplanung für das Neue Museum, für das gerade die Vorplanung von David Chipperfield samt einer Restaurierungsstrategie von Julian Harrap abgeschlossen ist, vorliegen.

Die Vorplanung für das Alte Museum von Hilmer&Sattler&Albrecht soll ebenfalls Ende 2000 vorgelegt werden. An diesem Haus können in diesem Jahr - Termin ist der 16. Mai - exemplarisch restauratorische und denkmalpflegerische Leistungen der Staatlichen Museen vorgeführt werden: So soll die restaurierte Zinkgussgruppe "Pegasus mit Grazie" wieder auf ihren angestammten Platz auf das Dach des Hauses gehoben werden, sollen die Ergebnisse der Restaurierungen von Skulpturen und Säulen in der Rotunde, neueste Ergebnisse der Bauforschung am Haus und das Restaurierungskonzept für die Dioskurengruppe vorgestellt werden.

Diese restauratorische Verantwortung haben die Museen immer bewusst wahrgenommen und werden - nicht durch die Aufnahme der Museumsinsel in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO veranlasst, aber darin bestärkt - auch die Auseinandersetzung und Beratung mit der wissenschaftlichen Fachwelt intensivieren. Mit dem Fachgebiet Kunstgeschichte der Technischen Universität Berlin hat die Generaldirektion der Staatlichen Museen zu Berlin für dieses Jahr Kolloquien zur Museumsinsel vereinbart.

In Dahlem - Museen der Kunst und Kulturen der Welt - werden die Sanierungsarbeiten am Bauteil 3 zur Jahresmitte abgeschlossen. Gegenwärtig wird der Innenausbau mit den geplanten Ersteinrichtungen vorgenommen. Beide Kunstmuseen - das Museum für Ostasiatische Kunst und das Museum für Indische Kunst - bereiten sich intensiv auf die Neueinrichtung ihrer Ausstellungen und deren Eröffnung im Oktober 2000 vor.
Auch der Ostpavillon mit dem künftigen Junior-Museum ist baulich fertiggestellt.

Das Ethnologische Museum bereitet für November 2000 die Eröffnung des Junior-Museums mit einer Ausstellung vor, die Wirklichkeits- und Zeiterfahrungen am Beispiel traditioneller Lebensweisen australischer Ureinwohner vermittelt.

Für die Neuordnung des Eingangsbereiches und den Umbau des Bauteils 2 A für die erstmalige Präsentation einer "Einführung in die Völkerkunde" ("Prolog") und die Neugestaltung der Ausstellung "Ostasien" liegen die vergabereifen Ausführungsplanungen vor. Hier ist aus finanziellen Gründen ein deutlicher Bauverzug zu beklagen, der sich hoffentlich in den Jahren 2002 und 2003 kompensieren lässt. Diese Entwicklung ist umso mehr zu bedauern, als das Ethnologische Museum mit seinen beiden im November 1999 eröffneten Ausstellungen "Indianer Nordamerikas" und "Afrikanische Kunst" eine hervorragende Kostprobe seines Konzeptes für die geplante Neuordnung der Ausstellungen abgeliefert hat, die sich zu Recht großer Besucherresonanz erfreuen.













 

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