Staatsbibliothek
Auch bei der Staatsbibliothek hat es, vergleichbar der Bedeutung
des Masterplans für die Museumsinsel, 1999 eine Wende im Baugeschehen
gegeben. Zunächst erfolgten - wie in den Vorjahren - nur substanzerhaltende
Maßnahmen, weil alle weiterreichenden Planungen für die Gebäude
der Staatsbibliothek vom Fortgang der Entscheidungen zum Sachverständigengutachten
"Zur Zukunft der Staatsbibliothek" abhängig waren.
Nachdem der Stiftungsrat den Bericht der Arbeitsgruppe "Zukunft
der Staatsbibliothek" mit spezifischen Nutzungskonzepten für beide
Häuser verabschiedet hatte, war 1999 der Weg frei für umfassende
Planungen zur Wiederherstellung des traditionsreichen Hauses Unter
den Linden. Am 11. April 1999 bestätigte die Arbeitsgruppe Bau den
von der Staatsbibliothek aufgestellten Raumbedarfsplan für die Grundinstandsetzung
des Hauses Unter den Linden einschließlich des Neubaus eines
großen Lesesaales mit 250 Plätzen, eines Freihandmagazines und von
Tresormagazinen im zerstörten Innenbereich des Gebäudes.
Gleichzeitig stimmte sie der Durchführung eines Architektenauswahlverfahrens
für den Neubaubereich und dem Beginn der Planung für die dringend
notwendige Generalsanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes
zu.
Am 14. Oktober 1999 wurden von einem Auswahlgremium aus 146 Bewerbern
15 Architekturbüros aus dem In- und Ausland ausgewählt und zur Abgabe
von Entwürfen bis zum 7. Februar 2000 aufgefordert.
Am 2. März 2000 wird eine Jury unter Beteiligung von renommierten
Architekten, dem Land Berlin, der Denkmalpflege, der Stiftung und
dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung die Entscheidung über
den künftigen Architekten treffen.
Auf der Grundlage der im Dezember 1998 vom Stiftungsrat verabschiedeten
Entwicklungskonzeption der Staatsbibliothek kann nunmehr nach jahrelanger
Stagnation damit begonnen werden, dem traditionsreichen Gebäude
die volle Funktionsfähigkeit zurückzugeben. Damit werden die baulichen
Voraussetzungen geschaffen, dass dieser Teil der Staatsbibliothek
mit seinen herausragenden historischen Beständen als Zentrum für
die wissenschaftshistorische Forschung qualifizierte Dienstleistungen
für die Wissenschaft erbringen.
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