Beutekunst - Ein Signal aus Moskau
Am 20. Januar 2000 hat der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
in Moskau ein Gespräch mit dem damaligen Minister für Kultur der
Russischen Föderation, Wladimir Konstantinowitsch Jegorow, geführt,
in dem dieser die baldige Überführung der sog. Beutekunst aus der
jahrzehntelang verschlossenen "Spezialverwahrung" in das öffentliche
Kultur- und Wissenschaftsleben angekündigt hat. Dies bedeutet öffentlichen
Zugang für die Wissenschaft und Forschung.
Der Präsident der Stiftung, Prof.Klaus-Dieter Lehmann, hat daraufhin
das dringende Interesse der Wissenschaftler der Berliner Museen,
insbesondere des Museums für Vor- und Frügeschichte betont; sich
an der wissenschaftlichen Erschließung der in St. Petersburg und
in Moskau befindlichen Teile der Berliner Sammlung zu beteiligen,
damit die Kenntnis der Torsosammlungen nach einer Unterbrechung
von mehr als einem halben Jahrhundert auf den neuesten wissenschaftlichen
Stand gebracht wird. Eine Zusammenarbeit auf den Fachebenen würde
zur Entkrampfung der schwierigen Lage beitragen.
Von Seiten des Ministeriums wurde daraufhin versichert, dass die
Museen mit Beständen, die bisher in "Spezialverwahrung" gehalten
wurden, angewiesen werden, den freien Zugang zu den Sammlungen und
die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu gewährleisten. Das Problem
der kriegsbedingt verlagerten Kulturgüter sei "zu lange auf der
Ebene der Emotionen bewegt worden, jetzt sollten Fachleute an die
Lösung der Aufgaben gehen". Prof. Lehmann äusserte die Hoffnung,
dass die "Politik der Vorwärtsschritte" fortgesetzt werde. Ein baldiges
Treffen ist vorgesehen zwischen Wissenschaftlern des Museums für
Vor- und Frühgeschichte und den Kollegen in Kaliningrad, bei dem
es um die kürzlich gefundenen Prussia-Bestände geht. Ein Teil der
Sammlung befindet sich in Berlin.
|