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Museum Europäischer Kulturen

Das Museum Europäischer Kulturen ging 1999 aus der Vereinigung des 110 Jahre alten Museums für Volkskunde mit der Europäischen Sammlung des Ethnologischen Museums hervor. Mit rund 270.000 Objekten beherbergt es eine der größten Sammlungen europäischer Ethnographica und Kulturgeschichte weltweit. Mit dem Umzug in den Bruno-Paul-Bau hat das Museum sein altes Domizil "Im Winkel" geschlossen und ist seit 2005 über die Eingänge Arnimallee 25 und Lansstraße 8 im Museumsquartier Dahlem zugänglich. Dort sind zurzeit verschiedene Sonderausstellungen zu sehen.

Sammlungscharakter
Im Verbund der Staatlichen Museen zu Berlin ist das Museum Europäischer Kulturen die Institution, die für Fragestellungen von Alltag und Lebenswelt im Rahmen von Kultur- und Gegenwartsgeschichte Europas zuständig ist.
Dabei ist die Auseinandersetzung mit „Kulturkontakten“ eine der Profillinien des Museums. Mit Ausstellungen, Veranstaltungen und der Bildung von Netzwerken hat es sich mit seinen europäischen Partnern als Ort von interkulturellen Begegnungen etabliert. Als kulturhistorisch ausgerichtete Institution versteht es sich als Beobachter sozialer und interkultureller Prozesse der Gegenwart etwa im Bereich der Migrationsforschung, aber auch als Ort internationaler fachwissenschaftlicher Diskurse im Bereich der Textilwissenschaften, der Fotogeschichte und dem weiten Feld der populären Bilderwelten.

Zu diesem Thema wurden in den letzten Jahren weitere Ausstellungen mit begleitenden Veranstaltungen durchgeführt. Dabei ist besonders die Reihe der „Kulturtage im Museum Europäischer Kulturen“ hervorzuheben, die seit 2000 jährlich veranstaltet wird. Auf den „Kulturtagen“ werden zu einem bestimmten Thema eine europäische Region bzw. Menschen aus Europa vorgestellt. Sie dauern in der Regel zwei bis vier Wochen und bestehen aus einer kleinen Ausstellung und einem Rahmenprogramm. Grundsätzlich finden diese Veranstaltungen mit europäischen Kulturinstituten, Vereinen und Botschaften in Berlin und oft auch mit den Partnerinstitutionen in den entsprechenden europäischen Ländern statt.

Ganz in der wissenschaftlichen Tradition des damaligen Museums für Volkskunde beschäftigt sich das Museum Europäischer Kulturen auch weiterhin mit der Alltagskultur der eigenen Gesellschaft in einem europäischen Umfeld – u.a. zu der Fragstellung, wer zur eigenen Gesellschaft gehört und wer nicht. Dabei widmet es sich vor allem auch dem Thema „Migration“ mit Ausstellungen und Veranstaltungen.

Einen Schwerpunkt der Außenwirkung des Museums bilden verschiedene Ausstellungen im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die an Museen in der Bundesrepublik, aber auch in das benachbarte Ausland ausgeliehen werden. Bilaterale Ausstellungen mit Polen, Ungarn, Österreich und Rumänien sowie enge Netzwerkverbindungen mit Frankreich, Belgien, Italien, Kroatien, Tschechien, den Niederlanden, der Schweiz, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Schweden bilden die gegenwärtigen Schwerpunkte der Arbeit.

Vor allem aber beschäftigt sich das Museum mit seinen deponierten Sammlungen und dem Objekt an sich. Sehr viele Dinge stammen aus dem religiösen Umfeld von Menschen im 19. und 20. Jahrhundert in Europa. Einige davon sind in den Ausstellungen zu Ostern oder Weihnachten zu sehen, jeweils begleitet an einem Wochenende von kunsthandwerklichen Märkten, auf denen Stücke von hoher Qualität aus verschiedenen europäischen Regionen angeboten werden. Wie diese sind auch viele Sammlungsobjekte das Ergebnis kreativen Schaffens von Individuen oder auch Gruppen und werden unter einer bestimmten Thematik mit kulturhistorischem Kontext zur „Erbauung und Belehrung“ ausgestellt. Ein besonderes Anliegen ist es daher auch, unter dem Motto „Innehalten“ Kreativität und handwerkliches Geschick zu fördern. Dafür werden Kurse für Kinder und Künstler-Workshops für Erwachsene zu verschiedenen traditionellen und modernen Techniken mit originalem Anschauungsmaterial aus dem Museum angeboten.

Aufgrund von Umbauarbeiten bleiben die Ausstellungsräume des Museums Europäischer Kulturen vom 6. Juli 2009 bis Ende 2010 geschlossen.

BildunterschriftWandbehang aus dem preußischen Königshaus Berlin (?) um 1800, Tiermotive um 1775 (?); Deutsches Historisches Museum; Exponat der Ausstellung "Tuchintarsien" 19.3.-5.7.2009
© Deutsches Historisches Museum, Berlin Foto: Arne PsilleEnde der Bildunterschrift

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