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Das Institut für Museumsforschung

Das Institut für Museumsforschung ist eine bundesweit tätige Forschungs- und Dokumentationseinrichtung mit Konzentration auf sammlungsübergreifende Aspekte des Museumswesens. Es erbringt Leistungen für die Museen in Deutschland und für die Staatlichen Museen zu Berlin in den Bereichen Forschung, anwendungsorientierte Vermittlung und Dokumentation. Weitere Informationen zu den Arbeitsgebieten und Forschungsleistungen werden im Abschnitt Aufgaben dargestellt. Das Institut arbeitet in Ergänzung zu den regionalen, teilweise hoheitlich tätigen Museumsämtern und Fachberatungsstellen der Bundesländer. Es hat keine hoheitlichen Aufgaben im Sinne einer zentralstaatlichen Einrichtung und greift damit nicht in die Kulturhoheit der Länder ein.

Die Forschungsvorhaben werden in Kooperation mit Fachleuten aus dafür relevanten wissenschaftlichen Disziplinen bearbeitet (Kunstgeschichte, Historische Museologie, Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften etc.). Die Projekte sind am Forschungsbedarf der Museen sowie an übergreifenden museologichen Arbeitsfeldern und praxisrelevanten Fragestellungen orientiert.

Das Institut für Museumsforschung wurde 1979 gegründet (als Institut für Museumskunde) und ist als Forschungsinstitut der Staatlichen Museen zu Berlin dem Generaldirektor unterstellt. Es gehört damit zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Ferner beteiligt sich das IfM im Rahmen seiner statutengemäßen Aufgaben an den Aktivitäten der SMB im Rahmen des föderalen Programms. Dazu zählen neben museumsstatistischen Auskünften und Dienstleistungen insbesondere Beratung und Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Kulturbehörden in den Ländern. Auch die Mitwirkung in Museumsbeiräten und Stiftungsräten wird durch den Institutsleiter wahrgenommen.

Perspektive

In den letzten Jahren ergibt sich eine sehr spürbare Schwerpunktverlagerung für die Forschungsplanung, für die Planung von Infrastrukturangeboten und für Kooperationen. Neben der weiterhin sehr wichtigen föderalen und gesamtstaatlichen Perspektive wird die europäische bzw. internationale Perspektive immer wichtiger. Dies bedeutet eine Weiterentwicklung von pragmatischen Einzellösungen zur Entwicklung von Guidelines und Standards. Das "globale Dorf" existiert bereits in der Forschungsplanung und im Lernen von Partnern, bei denen manche Fragen schon seit längerer Zeit bearbeitet werden. Die Digitalisierung und Einführung von internetbasierten Netzwerkprojekten beschleunigt diese Entwicklung. Und nicht zuletzt werden auch die Museen von dem allgemeinen Strukturwandel ergriffen (Stichworte: neue Trägermodelle, Budgetierung, Privatisierung, Betriebswirtschaft statt Kameralistik ...), wodurch neue Aufgaben für das IfM entstehen. Gemeinsam mit dem Deutschen Museumsbund hat das IfM 2012 diese Entwicklungen in einer neuen "Denkschrift zur Lage der Museen" bilanziert. Die Publikation ist unter dem Titel "Museen zwischen Qualität und Relevanz" in unserer Reihe "Berliner Schriften zur Museumsforschung" erschienen. Eine Weiterbearbeitung als Online-Publikation wird vorbereitet.

Arbeitsstelle für Provenienzforschung (AfP)

Dem Institut angegliedert ist die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung. Sie hat die Aufgabe, Museen, Bibliotheken, Archive und andere öffentlich unterhaltene Kulturgut bewahrende Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland bei der Identifizierung solcher Kulturgüter in ihren Sammlungen und Beständen zu unterstützen, die während der Zeit des Nationalsozialismus den rechtmäßigen Eigentümern entzogen wurden. Hierfür stehen jährlich Fördermittel des BKM von zwei Millionen Euro zur Verfügung, die nach Antragstellung der Einrichtungen vergeben werden können.

Weitere Informationen sowie Antragsformulare finden sich unter folgender Adresse:
www.arbeitsstelle-provenienzforschung.de/



© 2012, Institut für Museumsforschung. Aktualisiert: Dezember 2012