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Jan van Eyck (um 1390-1441) Die Madonna in der Kirche,
um 1425, Eichenholz, 31 x 14 cm
Erworben mit der Sammlung Suermondt, 1874

In übernatürlicher Größe steht Maria mit dem Kind im Langhaus einer
gotischen Kathedrale. Die detaillierte Wiedergabe der Architektur
und die differenzierten Abstufungen des Lichtes verleihen dem Kirchenraum
ein ganz eigenes räumliches Fluidum. Das durch die bleigefaßten
Fenster einfallende Licht des hellen Tages erinnert an das Verrinnen
der Zeit. Die überlieferte Inschrift auf dem heute nicht mehr erhaltenen
Rahmen pries das Wunder der Geburt und die Jungfräulichkeit Marias.
Darin wurde auch das Sonnenlicht, das die Fenster durchdringt, ohne
diese zu zerstören, gleichnishaft auf Maria bezogen, die Mutter
war und dennoch Jungfrau blieb.
Das von Norden in die Kirche einfallende Licht verweist gleichfalls
auf die übernatürliche Bedeutung aller Dinge. Die Doppeldeutigkeit
des Bildes entspricht dem christlichen Denken des späten Mittelalters.
So dienen die Architektur, das Licht und der Altar als Hinweise
auf die priesterliche Rolle Marias und ihre Eigenschaft als Gotteshaus
und Tempel Christi.
Literatur:
- H. Beenken: Hubert und Jan van Eyck.
München 1941, S. 17 ff L.
- Baldass: Jan van Eyck. Köln
1952, S. 25 ff, S. 264 Nr. 4
- M. Meiss: in: Art Bull. 27. 1945,
S. 179-181;
- Panofsky: S. 194 E. Herzog: in: Berliner
Museen N.F. VI. 1956, S 1-16
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