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Gemäldegalerie
Die neue Gemäldegalerie am Kulturforum wurde nach Plänen der Architekten
Heinz Hilmer und Christoph Sattler erbaut. Mit diesem Neubau wird
das seit den sechziger Jahren geplante Projekt der Museen für europäische
Kunst am Kultuforum abgeschlossen. Über eine zentrale Eingangshalle
am Kulturforum gelangt man zur Gemäldegalerie. Die Galerie ist als
zweigeschossiges Gebäude mit einer Ausstellungsebene und einer Ebene
für Nebenräume und technische Einrichtungen konzipiert. Durch den
erhöhten Platzbedarf nach der Wiedervereinigung wurde jedoch beschlossen,
die Werkstätten herauszulösen. Dadurch konnte im Erdgeschoß eine
Studiengalerie integriert werden.

Die äußere Fassade
"Der Bau erhält seinen eigenen Ausdruck durch das horizontal scharf
gegliederte Sockelgeschoß in Granit, auf dem sich das Ausstellungsgeschoß
in Terrakotta mit weichem Oberflächenrelief erhebt." (Hilmer & Sattler).
Im Sockel wurde grauer Granit verwendet, wie bei der nahe gelegenen
Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe. Große Kastenfenster,
durch die das Licht in die Studiengalerie dringt, verstärken den
Eindruck von Festigkeit und Strenge. Im oberen Teil des Gebäudes
dominiert hingegen Leichtigkeit: Ein zartes Metallraster gliedert
die langen Fassaden in etwa 6 m breite Felder, die mit großformatigen
Terrakottasteinen vermauert sind. Eine umlaufende Nut an den Rändern
der Felder, extrem dünne Fugen und die leichte, kaum wahrnehmbare
Verschiedenheit der Steinfarben erzeugen Eleganz.
Grundriß
Die Gemäldegalerie stellt den klassischen Typus eines Ausstellungsgebäudes
dar, bei dem die Ausstellungsräume um einen Innenhof gruppiert sind.
Von der Zugangsebene der Eingangshalle gelangt man über die Rotunde
in eine innere Säulenhalle (Länge 78 m), um die sich zwei Abfolgen
von Ausstellungsräumen gruppieren. Die kleineren Räume bilden den
äußeren Ring um die Säulenhalle, die größeren den inneren. Der Besucher
hat bereits mit dem Betreten der Rotunde die Möglichkeit, sich für
einen bestimmten Rundgang zu entscheiden.

Zentrale Halle
Die zentrale Halle dient als Treffpunkt und als Zugang zu den einzelnen
Abteilungen. Durch die Pfeilerstellungen im Raum entsteht der Typus
einer Wandelhalle. Um die zentrale Halle gruppieren sich 53 Säle
der Gemäldegalerie. Von hier kann ein individueller Rundgang vorgenommen
werden - dabei ist die Halle eine Orientierungshilfe innerhalb des
Rundganges. Inmitten der Säulenhalle befindet sich eine zeitgenössische
Skulptur von Walter de Maria. Das durch Oberlichtöffnungen dringende
Tageslicht schafft Hell-Dunkel-Kontraste, die die Halle beleben.
Licht
Die Galerie ist als reines Tageslichtmuseum konzipiert. In die Ausstellungsräume
fällt das Licht gleichmäßig durch große Glasdächer, zum Schutz der
Gemälde mehrfach gefiltert. So wird die Beleuchtung der Galerieräume
von Tageszeit, Jahreszeit, Sonnenstand und Witterungsverhältnissen
bestimmt. In der zentralen Halle dagegen belebt der Wechsel von
Licht und Schatten den Raum. Die entstehenden Lichtspiele stellen
einen wirkungsvollen Kontrast zu den Ausstellungsräumen dar.

Ausstellungsräume
Die Galerieräume sind als Abfolge von großen, mittleren und kleinen
Sälen und Kabinetten angelegt. Sie sind zu Gruppen von unterschiedlich
großen Räumen zusammengefaßt. Die Säle und Kabinette haben eine
Höhe von 9 und 6 Metern. Die Wandbespannungen sind aus Samt in den
Farben rot, blau, grün und grau; die Farben wechseln von Raumgruppe
zu Raumgruppe. Weitere Gestaltungselemente bestimmen die Räume:
hohe weiße Vouten in Putz, ein geschwungenes Gesimsprofil für Kunstlicht,
Hängevorrichtungen, Sockel und Türwände in profilierten Betonelementen
und dunkler Eichenparkettboden.
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