1554 Geburt von Benedetto Giustiniani als Sohn des reichen Händlers Giuseppe Giustiniani und seiner Frau Gerolama auf der Insel Chios in der Ägäis.
1564 Geburt des Bruders Vincenzo Giustiniani
1566 Wegen der bevorstehenden türkischen Invasion auf Chios zieht Giuseppe Giustiniani mit seiner Familie nach Rom. Dort nimmt er bald eine Schlüsselstellung im päpstlichen Finanzwesen ein. Seinen beiden Söhnen verschafft er einflußreiche Positionen.
1586 Benedetto Giustiniani wird von Papst Sixtus V. zum Kardinal ernannt.
1589/90 Benedetto erwirbt den Palazzo Giustiniani an der Piazza S. Luigi dei Francesi. Der Vater Giuseppe bewohnt den zur Via Giustiniani gelegenen Flügel, der Bruder Vincenzo residiert im "secondo piano nobile".
1600 Giuseppe Giustiniani stirbt. Seine Gemäldesammlung - vor allem venezianische, ferraresische und genuesische Malerei - geht an seinen ältesten Sohn Benedetto über. Er baut die Sammlung weiter aus. Einen kompetenten Berater hat er dabei in seinem zehn Jahre jüngeren Bruder Vincenzo. Dieser wiederum profitiert von dessen einflußreichen Beziehungen und wird in Kunstkommissionen berufen. So kann er sein positives Urteil von Werken Caravaggios durchsetzen, dessen naturalistische Malweise in Rom für erhebliches Aufsehen sorgte.
1601 Benedetto Giustiniani wird von Caravaggio porträtiert, für den die Beziehung zu den Brüdern Giustiniani von fundamentaler Bedeutung ist. Sie verhelfen ihm zu Aufträgen, die seinen künstlerischen Stil nachhaltig verändern.
1605 Vincenzo Giustiniani erhält den Titel des Marchese von Bassano
1606 Vincenzo Giustiniani reist in die Niederlande. Kardinal Benedetto Giustiniani wird für sechs Jahre päpstlicher Gesandter in Bologna. Dort pflegt er einen vertraulichen Umgang mit den Künstlern. Gemälde von schockierendem Realismus wie Caravaggios Ungläubiger Thomas finden seine Zustimmung.
1621 Benedetto Giustiniani stirbt in Rom. Das nach seinem Tod erstellte Sammlungsinventar listet 300 Gemälde mit vorwiegend religiösen Bildthemen, darunter 4 Werke Caravaggios, und einige Skulpturen auf. Sein Bruder Vincenzo erbt den Palazzo Giustiniani mit der Kunstsammlung. Der Palast entwickelt sich durch die Förderung Vincenzos zunehmend zu einer Künstlerwerkstatt und -herberge.
1631 Vincenzo Giustiniani schreibt ein Testament mit Fideikommiß, einem juristischen Mittel, das die Auflösung der Sammlung nach seinem Tod verhindern soll.
1637 Vincenzo Giustiniani stirbt in Rom. Die Sammlung Giustiniani geht an seinen Adoptivsohn Andrea.
1638 Das Inventar der Sammlung Giustiniani verzeichnet 584 Gemälde, darunter 15 Werke Caravaggios, und über 1800 antike Skulpturen. Sie ist eine der einflußreichsten Sammlungen des europäischen Barock.
1720 Zahlreiche Gemälde, vor allem damals begehrte Kunstwerke des 16. Jh., werden nach und nach aus der Sammlung Giustiniani an bedeutende englische Sammler und später an den Bildhauer Canova verkauft.
1793 Zwei Inventare mit 822 Objekten belegen noch eine fast intakte Sammlung.
1808 Ein Teil der Gemäldesammlung wird bei dem Kunsthändler Féréol Bonnemaison zum Verkauf angeboten.
1812 Principe Vincenzo Giustiniani (1759-1826) bietet in Paris eine Auswahl an Gemälden aus der Sammlung Giustiniani zum Verkauf an. Der aufsehenerregende Verkauf an den Maler und Händler Bonnemaison führt zu einem Rechtsstreit über die Auflösung der Sammlung. Marchese Vincenzos Wunsch, die Sammlung in ihrer Gesamtheit zu erhalten, erfüllt sich nicht.
1815 Der preußische König Friedrich Wilhelm III. erwirbt 157 Bilder aus der Sammlung Giustiniani.
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